„Aufruf zum Leben“

Ausschnitt2Seelische Erkrankungen und psychosoziale Probleme nehmen in allen Industrienationen ständig zu. Dies betrifft nicht nur den Einzelnen oder einige Systeme und Organisationen, vielmehr befinden wir uns in einem globalen Prozess seelischer Überforderung. Bei steigendem Erfolgsdruck dreht sich das Rad immer schneller.
Die Anforderungen an Mobilität und Flexibilität in der Welt der digitalen Revolution beziehen sich auf alle Lebensbereiche: ständig müssen Übergänge bewältigt werden, Rolleninhalte werden komplexer, Bewusstseins- und Befindlichkeitszustände müssen flexibel gehandhabt werden.
Das Festhalten an Plänen und Prinzipien muss durch die sog. Ambiguitätstoleranz ersetzt werden. Das ist die Fähigkeit, Widersprüchlichkeit und Mehrdeutigkeit zu ertragen.
Für die Bewältigung dieser Herausforderungen fehlen uns jedoch noch weitgehend die Kompetenzen. Diese sind auch durch Psychotherapie oder Supervision nicht immer schnell und beliebig vermittelbar.
Als Berater/Innen und als Klient/Innen haben wir also ein Problem: Viele Umstände können wir nicht beeinflussen, wohl aber die Fähigkeit, diese zu bewerten und zu bewältigen.
Aus dieser Erkenntnis heraus verfasste Dr. Joachim Galuska, Chefarzt der Heiligenfeld-Kliniken in Bad Kissingen, gemeinsam mit weiteren Leitenden Ärzten psychosomatischer Kliniken 2015 den „Aufruf zum Leben“.
Diesem Appell fühle ich mich verbunden.

Wir alle sind Teil eines gesamtgesellschaftlichen Bewältigungsprozesses, der wesentlich ein Prozess der globalen Bewusstseinsentwicklung sein muss, damit wir auf diesem Planeten ein Leben in Würde führen können.